Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

„Über den Obsen hopsen“ in Nordkirchen

 

Mit 7 Leuten angereist, und sechs konnten sich, ihrem derzeitigen Leistungsvermögen entsprechend, mehr als zufriedenstellend platzieren (s. Ergebnisse). Der als Vorbereitungslauf für Marathonis angepriesene Halbmarathon in Nordkirchen gilt als sehr geeignete Basis für weitere Läufe im Bereich jenseits dieser Distanz, die alle anschließend noch im Herbst stattfinden. Ursprünglich hatte der FC Nordkirchen diese Idee erstmalig vor acht Jahren geäußert, als man nämlich feststellte, dass für den Münster-Marathon, immer Anfang September angesetzt, im weiten Umfeld kein Wettkampf auf HM-Distanz stattfand. Im Allgemeinen wird diese Distanz, da man im Juli und August immer mit hochsommerlichen Temperaturen rechnen muss, auch von Läufern gerne gemieden. Nun gut: Damals wählte man  - aller "Theorie" zum Trotz - für die erste Durchführung einen Termin „nur“ 2 Wochen vor dem Münster-Marathon. Unter Eingeweihten gilt das noch als durchaus ernst zu nehmende Veranstaltung für jeden, der anschließend einen Marathon absolvieren möchte. Jedoch kam schon bald Kritik auf, dass 2 Wochen doch zu nahe am Wettkampf lägen. Inzwischen sind daraus - in schöner Regelmäßigkeit - 4 Wochen Zeitdifferenz geworden. Und von Jahr zu Jahr kriegte der Lauf mehr Zuspruch. Hinzu kommt noch, dass man beim Abendstart um 18 Uhr schon mit mehr abendlicher Kühle rechnen kann. Und so war es auch in diesem Jahr.

Nun gut: Was aber zeichnet diese Strecke so aus, dass dieser Wettkampf als geeignet erscheint? Nicht nur klassische Marathon-Trainingspläne weisen einen HM noch zwei bis drei Wochen vor Ultimo als sehr sinnvoll an. In Nordkirchen sind es die zwei identischen Runden á 10 km, die zu durchlaufen sind. Der letzte Kilometer führt dann aus dem Schlosspark heraus ins LA-Stadion des FC Nordkirchen. Gestartet wird immer an der großen Freitreppe vor der spektakulären Anlage des Wasserschlosses Nordkirchen. Da kommt schon mal eine besondere Atmosphäre auf. Abgesehen von ein paar hundert Metern unebenem Gelände - teils mit Kopfsteinpflaster und Schotterweg im Schlosspark - und einem wirklich (sehr) leichten Anstieg kurz vorm Erreichen des Parks (etwa zwischen Kilometer 7 bis 8 bzw. 17 bis 18), kommt die Strecke an bei Läufern, die die Ruhe beim Laufen suchen. Denn es ist ein wirklich schöner Landschaftslauf auf einem Rundkurs zwischen dem Schlossgelände, Südkirchen und der Bauernschaft Obsen, die dem Lauf ihren Namen gibt. Von vielen Anwohnern, die dort ihre Getränkestände bzw. auch privaten Bierstände(!) aufgebaut haben, wird man in schöner Regelmäßigkeit angefeuert. Ansonsten herrscht Ruhe pur!

Der Einlauf ins Stadion auf Tartanbahn wird schon seit Jahren vom Sprecher Joachim Heringhaus (RunnersPoint) kommentiert. Inzwischen ist frühe Abendstimmung, wenn bei zünftigem Bierstand und dem Verzehr einer Bratwurst die Siegerehrung durchgeführt wird. Man muss aber nicht so lange warten. Wer es eilig hat nach Hause zu kommen: Der Urkundendruck erfolgt auch schon Minuten nach dem Einlauf. Dennoch ist es schön, bei brennenden Fackeln, die den Einlauf und die Stadion-Umrundung markieren, ein wenig zu verweilen, um sich mit anderen Läufern zu unterhalten.

Das Münsterland kann so schön sein!

Franz