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In wunderbares Licht getaucht war frühmorgens zur Startzeit der Müggelsee, von den Berlinern auch liebevoll "Berliner Badewanne" genannt. Etwas mehr als 1330 Starter und Starterinnen waren vor Ort, um am Südufer in Höhe des "Hotels am Müggelsee" pünktlich um 10 Uhr den Startschuss abzuwarten. Lediglich Thomas hatte sich wegen eines Trainings-rückstandes auf 10 km umgemeldet. Wie auch bei allen zehn zuvor durchgeführten Veranstaltungen wurde im Uhrzeiger-sinn gelaufen, soll heißen, nach etwa 5 bis 6 km Laufstrecke über befestigte Wald- und Radwege, erreichten die Halbmarathonis  - aus Unnaer Sicht waren das Annette Schmidt, Tatjana Schäfer, Michaela Wrobel und Franz-J. Wiemann - den Tunnel in Friedrichshagen: Man musste etwa 30 Treppenstufen hinab laufen, dann ca. 160 m stramm unter dem Fluss Dahme herlaufen, um wiederum 30 Stufen treppauf zu laufen. Noch kurz vor dem Tunnel hatten wir die erste Wasserstelle erreicht. Das war's zunächst mit Wald, denn ab da ging es kilometerlang auf dem Bürgersteig der Straße  Müggelseedamm folgend weiter gen Südosten, immer den langsam wärmer werdenden Sonnenstrahlen entgegen.

Zusammen mit Michaela trabte ich zwischen etwa Kilometer 10 und 12  - immer auf Ruf- bzw. Sichtweite -  bis mitten in den Ort Rahnsdorf hinein. Wir liefen ein annähernd gleiches Tempo-Niveau von etwas unter 6 min/km. Ab dem Ortsteil Wilhelmshagen, wo sich zum ersten Mal überhaupt eine dünne Zuschauerkulisse bemerkbar machte und Beifall spendete, knickte die Laufstrecke nach Süden ab. Plötzlich gab  Michaela Gas. Durch den Ortsteil Hessenwinkel laufend, knickte die Strecke in einer plötzlichen, scharfen Rechtskurve nochmals ab in den bunten Herbstwald hinein. Wir waren  - inzwischen bei Kilometer 13 bis 14 angelangt - auf dem Weg zum Südufer des Sees, um den nach Richtung Nordwest ausgerichteten Uferweg zu erreichen. Es folgten Eindrücke eines idyllischen Naherholungsgebiets mit Restaurants, Parkanlagen, Villenviertel und zahlreichen Bootsanlegestellen. Aber auch die Laufstrecke wurde kurvenreicher, war von verschiedenen Pflasteruntergründen markiert und zeigte häufiger sandige Partien. Na ja, dachte ich mir, wir sind hier ja auch in der Brandenburger Mark und nicht auf dem Ku-Damm.

Bei Kilometer 16 etwa dann plötzlich eine sauberst gefegte nagelneue Radfahrer-Route, frisch geteert, schnurstracks geradeaus. Dennoch war an schneller laufen nicht zu denken. Auslaufende Hügel der Müggelberge machten sich kilometerlang bemerkbar. Und noch ehe ich persönlich das Seeufer wieder erreicht hatte, etwa 2 1/2 Kilometer vor dem Ziel, wurde auch die Strecke plötzlich sandiger, holpriger und  - für müde Muskeln (!) -  natürlich gewöhnungsbedürftiger. Wer "schleicht" sich denn da so ganz plötzlich von hinten an? Richtig, Tatjana und Annette pirschten sich ganz langsam heran, fanden noch aufmunternde Worte für mich ... und liefen alsbald munter vor mir her, immer auf Sichtweite. Sie hatten sich beide wohl eine neue Bestzeit ausgerechnet, die sie dann doch nur um wenige Sekunden verpassten: in Köln waren sie im Oktober 2017 ebenfalls eine Zeit von gut 2 Stunden und 12 1/2 Minuten gebraucht. Alle vier gelangten in Minutenabständen wohlbehalten ins Ziel, Thomas, der den 10-er bestritten hatte, natürlich zwischenzeitlich schon frisch geduscht. Man genoss die herbstliche Luft und die im Ziel angebotenen Getränke. Vor der Küchenausgabe des Hotels hatte sich inzwischen eine lange Schlange gebildet, denn die 500 bis 600 kostenlos angebotenen Passta-Portionen wollte sich so niemand entgehen lassen. Französisch-, Polnisch- und Englisch-Klänge vermischten sich: Berlin hat schließlich Flair. Wie schön war es doch, dass man dem Spruch gefolgt ist: "Berlin ist immer eine Reise wert".

--> Schade für all die, die zu Hause geblieben sind, dachten wir uns abends beim gemeinsamen Essen im griechischen              Lokal.

                                                                    Franz W.